
Bild: Tirzepatide structure.svg – Vaccinationist, Public domain, via Wikimedia Commons (auf Bildfläche gesetzt)
Retatrutide vs. Tirzepatide
Tirzepatide (Entwicklungscode LY-3298176) ist ein synthetisches 39-Aminosäuren-Peptid und ein dualer Agonist an den Rezeptoren für GIP (glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid) und GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1). Eine angehängte C20-Fettsäure-Kette verlängert die Stabilität des Moleküls. Tirzepatide gilt als das bislang am breitesten untersuchte Dual-Inkretin-Molekül und ist damit häufig der Ausgangspunkt für Forschung rund um Glukose- und Inkretinstoffwechsel.
In unserem Sortiment wird Tirzepatide als 5 mg Vial mit einer HPLC-Reinheit von ≥ 99,7 % geliefert — lyophilisiert und mit Laborbericht.
Was ist Retatrutide?
Retatrutide (LY-3437943) geht einen Schritt weiter: Es ist ein Triple-Agonist, der zusätzlich zu GIP und GLP-1 auch den Glucagon-Rezeptor aktiviert. Genau diese dritte Achse ist es, die Retatrutide in der metabolischen Grundlagenforschung so interessant macht — die Glucagon-Aktivierung wird mit Forschungsansätzen zu Energieverbrauch und hepatischer (leberbezogener) Lipidoxidation in Verbindung gebracht.
Retatrutide ist bei uns in zwei Größen erhältlich (10 mg und 20 mg) und erreicht eine gemessene HPLC-Reinheit von 99,49 % (10 mg) bzw. 99,62 % (20 mg).
Der entscheidende Unterschied: Dual vs. Triple
Beide Peptide gehören zur Familie der Inkretin-Agonisten und sind sich molekular erstaunlich ähnlich — ähnliches Molekulargewicht (rund 4.731 bzw. 4.814 Da), beide 39 Aminosäuren lang. Der relevante Unterschied steckt nicht in der Größe, sondern in der Rezeptor-Reichweite:
- Tirzepatide → 2 Ziele: GIP- und GLP-1-Rezeptor. Fokus auf Glukosestoffwechsel und Sättigungssignale.
- Retatrutide → 3 Ziele: GIP, GLP-1 und Glucagon. Die zusätzliche Glucagon-Achse erweitert die Forschung um Energieverbrauch und Leberfettstoffwechsel.
Vereinfacht gesagt: Tirzepatide ist der etablierte, breit dokumentierte „Zweikampf"-Agonist, Retatrutide der neuere „Dreikampf"-Agonist mit einer zusätzlichen Wirkachse. Welches der beiden für ein Forschungsvorhaben passender ist, hängt allein von der Fragestellung ab — nicht von einem pauschalen „besser oder schlechter".
Reinheit & Analysezertifikat
Bei der Reinheit nehmen sich beide praktisch nichts: ≥ 99,7 % (Tirzepatide) gegen 99,49–99,62 % (Retatrutide) — beides per HPLC bestimmt. Wichtiger als die Zehntelprozente ist, dass beide von einem unabhängigen Labor geprüft sind. Zu beiden Peptiden gibt es ein Analysezertifikat (CoA).
Preis & verfügbare Größen
Tirzepatide ist mit 45,00 € für ein 5 mg Vial der günstigere Einstieg. Retatrutide startet bei 75,00 € für 10 mg, mit einer 20-mg-Variante für 145,00 € — pro Milligramm ist die größere Variante also der bessere Wert. Ein direkter Preis-pro-mg-Vergleich ist allerdings wenig aussagekräftig, da es sich um unterschiedliche Moleküle mit unterschiedlichem Wirkprofil handelt.
Lagerung & Handling
Fazit: Welches Peptid für welche Forschung?
Es gibt keinen Gesamtsieger — die Wahl folgt der Forschungsfrage:
- Tirzepatide, wenn der Fokus auf dem klassischen Inkretin-Dual-Mechanismus (GIP + GLP-1), auf Glukose- und Sättigungsregulation liegt — oder wenn ein gut dokumentiertes Referenzmolekül zu einem günstigeren Preis gebraucht wird.
- Retatrutide, wenn zusätzlich die Glucagon-Achse Teil der Fragestellung ist — etwa bei Forschung zu Energieverbrauch oder hepatischer Lipidoxidation.
In beiden Fällen gilt: Es handelt sich um reine Forschungspeptide (Research Use Only), nicht für die Anwendung am Menschen oder Tier bestimmt.
Alle Produkte ausschließlich für Laborforschung und Anschauungszwecke. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier, nicht für diagnostische oder therapeutische Zwecke.




