Alle Produkte ausschließlich für Laborforschung und Anschauungszwecke. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier, nicht für diagnostische oder therapeutische Zwecke.
Struktur/Schema zum Beitrag „Selank: Wirkung, Wirkmechanismus & Forschung“ (Neuropeptide)

Bild: Selank.png – Edgar181 (talk), Public domain, via Wikimedia Commons (auf Bildfläche gesetzt)

Selank: Wirkung, Wirkmechanismus & Forschung

Was ist Selank?

Selank ist ein synthetisches Heptapeptid mit der Sequenz Thr-Lys-Pro-Arg-Pro-Gly-Pro (Molekulargewicht ≈ 751,9 Da). Es wurde als stabilisiertes Analogon des körpereigenen Immunpeptids Tuftsin entwickelt: Das aktive Tuftsin-Tetrapeptid wurde um eine Pro-Gly-Pro-Sequenz ergänzt, die den Abbau durch Peptidasen verlangsamt und die Wirkdauer verlängert. Wie Semax stammt Selank aus der russischen Peptidforschung (Institut für Molekulargenetik) und ist in Russland als anxiolytisches, nootropes Peptid registriert.

In der Research-Community zählt Selank zu den bekanntesten Peptid-Anxiolytika und wird oft im Vergleich zu Semax diskutiert. Der Lexikon-Eintrag steht unter Selank im Peptid-Lexikon.

Wirkmechanismus von Selank im Detail

1. GABAerge & serotonerge Modulation. Selank beeinflusst das GABA-System und den Serotonin-Stoffwechsel – die am häufigsten diskutierte Grundlage seiner in Studien beobachteten anxiolytischen Effekte, und zwar ohne die Sedierung und das Abhängigkeitspotenzial klassischer Benzodiazepine.

2. BDNF & neurotrophe Effekte. In Modellen verändert Selank die Expression von BDNF und weiteren neuroplastizitätsrelevanten Faktoren, was mit kognitiven Effekten in Verbindung gebracht wird.

3. Regulatorische-Peptid-Kaskade. Wie Semax hemmt Selank enkephalin-abbauende Enzyme und stabilisiert so körpereigene regulatorische Peptide (Enkephaline), was die Wirkung über die kurze Halbwertszeit hinaus verlängert.

4. Immunmodulation. Aus der Tuftsin-Abstammung ergeben sich Effekte auf Immunzellen und Zytokin-Expression – ein Feld, das Selank von rein neurologisch wirkenden Substanzen abhebt.

Struktur, Pharmakokinetik & Stabilität

Als kurzes Peptid besitzt Selank eine kurze Plasma-Halbwertszeit; die Pro-Gly-Pro-Erweiterung erhöht jedoch die enzymatische Stabilität. In Studien wird Selank überwiegend intranasal untersucht, da diese Route einen raschen Zugang zum zentralen Nervensystem bietet. Die beobachteten Effekte überdauern die messbare Anwesenheit des Peptids, was auf nachgeschaltete regulatorische Prozesse hindeutet.

Selank in der wissenschaftlichen Forschung

  • Angst & Stress: anxiolytische und stressregulierende Effekte in Verhaltensmodellen.
  • Kognition: Aufmerksamkeit, Gedächtnis und mentale Belastbarkeit.
  • Immunmodulation: tuftsinbezogene Effekte auf Immunzellen und Zytokine.
  • Neurochemie: Einfluss auf Serotonin- und Enkephalin-Systeme.

Literaturübersicht: PubMed. Grundlagen: Was sind Peptide?.

Selank im Vergleich zu Semax

Beide Peptide stammen aus derselben Forschungsschule, adressieren aber unterschiedliche Schwerpunkte: Semax (ACTH-Abkömmling) ist kognitiv-neuroprotektiv orientiert, Selank (Tuftsin-Abkömmling) primär anxiolytisch-immunmodulatorisch. In der Forschung werden sie gelegentlich kombiniert untersucht, um kognitive und stressregulierende Effekte gemeinsam abzubilden.

Alle Produkte ausschließlich für Laborforschung und Anschauungszwecke. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier, nicht für diagnostische oder therapeutische Zwecke.

Selank (Neuropeptid) – Abbildung mit Peptera-Etikett, Research Use Only

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