
Bild: Pituitary gland histology 2014.jpg – Athikhun.suw, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)
GH-Achse im Vergleich: Ipamorelin, CJC-1295 & Tesamorelin
Ipamorelin, CJC-1295 und Tesamorelin gehören zu den am häufigsten untersuchten Peptiden rund um die Wachstumshormon-Achse (GH). Sie verfolgen dasselbe Forschungsziel – die Stimulation der körpereigenen GH-Ausschüttung – setzen aber an unterschiedlichen Rezeptoren an: Ipamorelin als Ghrelin-/GHS-R-Agonist, CJC-1295 und Tesamorelin als GHRH-Analoga.
Prof. Dr. Sara Rohmeyer | Biohacking-Spezialistin, Harvard University
Was unterscheidet GHS und GHRH-Analoga?
Ipamorelin imitiert das Hormon Ghrelin und bindet den GHS-Rezeptor 1a. CJC-1295 und Tesamorelin imitieren dagegen das Wachstumshormon-freisetzende Hormon (GHRH) und binden den GHRH-Rezeptor der Hypophyse. Beide Wege führen zur GH-Freisetzung, aktivieren aber unterschiedliche Signalkaskaden – weshalb GHS und GHRH-Analoga in der Forschung häufig kombiniert betrachtet werden.
Wie wirken die drei im Detail?
Ipamorelin gilt als hochselektives Pentapeptid, das GH ohne nennenswerte Begleitausschüttung von Cortisol oder Prolaktin freisetzt. CJC-1295 ist ein GHRH-Analogon, das in der Variante mit DAC (Drug Affinity Complex) eine stark verlängerte Halbwertszeit aufweist. Tesamorelin ist ein stabilisiertes GHRH(1-44)-Analogon mit Hexenoyl-Modifikation und das klinisch am besten charakterisierte der drei – vor allem in der Viszeralfett-Forschung.
Was zeigt die Forschung?
Ipamorelin wurde von Raun et al. (1998; PMID: 9849822) als selektives GH-Sekretagogum charakterisiert. Für CJC-1295 zeigten Teichman et al. (2006, J Clin Endocrinol Metab) eine anhaltende Erhöhung von GH und IGF-1. Tesamorelin reduzierte in der Studie von Falutz et al. (2007; PMID: 18057338) das viszerale Fettgewebe deutlich. Damit decken die drei Peptide unterschiedliche, gut dokumentierte Facetten der GH-Forschung ab.
Vergleichstabelle: Ipamorelin vs. CJC-1295 vs. Tesamorelin
- Eigenschaft – Ipamorelin – CJC-1295 – Tesamorelin
- Klasse – GHS (Ghrelin-Mimetikum) – GHRH-Analogon – GHRH-Analogon
- Rezeptor – GHS-R1a – GHRH-Rezeptor – GHRH-Rezeptor
- Besonderheit – hohe Selektivität – lange Halbwertszeit (mit DAC) – klinisch am besten belegt
Welche Kombination untersucht die Forschung?
Häufig wird ein GHRH-Analogon (CJC-1295 oder Tesamorelin) mit einem GHS (Ipamorelin) kombiniert, da beide Rezeptorwege die GH-Ausschüttung additiv verstärken können. Steckbriefe: Ipamorelin, CJC-1295 und Tesamorelin; im Shop verfügbar sind Ipamorelin und Tesamorelin.
Oral und nicht-peptidisch: Eine Sonderstellung nimmt MK-677 (Ibutamoren) ein – ein oral aktiver, nicht-peptidischer GHS-R-Agonist, der mechanistisch dem Ipamorelin nahesteht, aber deutlich länger wirkt und – anders als die hier verglichenen Peptide – kein Peptid ist.
Alle Produkte ausschließlich für Laborforschung und Anschauungszwecke. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier, nicht für diagnostische oder therapeutische Zwecke.



