
Bild: Benchtop freeze-drier.jpg – real name: Matylda Sęk pl.wiki: Cygaretka commons: Cygaretka, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)
Labor & Lagerung
Lyophilisate im Labor lagern: Was die Stabilität von Peptiden bestimmt
Gefriergetrocknete Peptide sind deutlich stabiler als Peptide in Lösung – aber nicht unbegrenzt. Wer Proben über Wochen oder Monate aufbewahrt, sollte die wichtigsten Abbauwege kennen.
Warum Lyophilisation stabilisiert
Bei der Gefriertrocknung wird dem gefrorenen Material das Wasser durch Sublimation entzogen. Ohne Wasser laufen viele chemische Abbaureaktionen – Hydrolyse, Deamidierung, Aggregation – nur noch sehr langsam ab.
Die vier Feinde
Feuchtigkeit: Lyophilisate sind hygroskopisch. Ein kaltes Vial, das sofort geöffnet wird, zieht Kondenswasser. Deshalb Vials vor dem Öffnen auf Raumtemperatur bringen.
Temperatur: Für die Langzeitlagerung sind −20 °C üblich, kurzfristig 2–8 °C. Jede Temperaturerhöhung beschleunigt den Abbau.
Licht: Aminosäuren wie Tryptophan und Tyrosin sind lichtempfindlich – Vials dunkel lagern.
Sauerstoff: Methionin und Cystein oxidieren leicht (z. B. Glutathion zu GSSG). Vials geschlossen halten.
Peptide in Lösung
In Lösung sind Peptide meist nur Tage bis wenige Wochen stabil, abhängig von Sequenz, pH-Wert und Temperatur. Wiederholtes Einfrieren und Auftauen schädigt die Struktur. In Laboren hat es sich deshalb bewährt, Lösungen in Aliquots aufzuteilen und jedes Aliquot nur einmal aufzutauen.
Dokumentation
Chargennummer und Eingangsdatum auf jedem Vial notieren
Lagerort und Temperatur protokollieren
Laborbericht der Charge zur Probe ablegen
Unsere Lieferung
Wir versenden aus Deutschland; Lyophilisate sind für die Dauer des Transports bei Raumtemperatur stabil. Nach Erhalt sollten sie gemäß den Angaben auf der Produktseite gelagert werden.
Quellen
Alle Produkte ausschließlich für Laborforschung und Anschauungszwecke. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier, nicht für diagnostische oder therapeutische Zwecke.


