
Bild: HPLC instrument.jpg – FrankMan2021, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons (zugeschnitten)
Analytik & Qualität
Laborbericht lesen: HPLC, Massenspektrometrie und Peptidgehalt
Ein Laborbericht – oft „Certificate of Analysis“ (COA) genannt – ist die wichtigste Unterlage zu einer Peptid-Charge. Er beantwortet drei Fragen: Ist es die richtige Substanz? Wie rein ist sie? Und wie viel davon steckt im Vial? Dieser Beitrag erklärt die üblichen Messgrößen und worauf man beim Lesen achten sollte.
1. Identität: Massenspektrometrie (MS)
Die Massenspektrometrie bestimmt die Masse des Moleküls. Stimmt die gemessene Masse innerhalb der Messgenauigkeit mit der berechneten Masse der Sequenz überein, ist die Identität bestätigt. Bei größeren Peptiden sieht man oft mehrfach geladene Ionen; die Software rechnet sie auf die Molekülmasse zurück.
Wichtig: Die MS sagt nichts über die Reinheit aus. Ein Peptid kann die richtige Masse haben und trotzdem viele Nebenprodukte enthalten.
2. Reinheit: HPLC
Die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC, meist Umkehrphase mit UV-Detektion bei 210–220 nm) trennt das Zielpeptid von verwandten Verunreinigungen, etwa verkürzten Sequenzen oder Peptiden mit fehlenden Schutzgruppen-Abspaltungen. Die Reinheit wird als Flächenanteil des Hauptpeaks an allen Peaks angegeben.
Was die Zahl bedeutet: „99 % HPLC“ heißt, dass 99 % der UV-aktiven Peptidsignale auf das Zielpeptid entfallen.
Was sie nicht bedeutet: Wasser, Salze und Gegenionen (z. B. Acetat oder Trifluoracetat) sind im UV-Chromatogramm unsichtbar. Sie fließen nicht in die HPLC-Reinheit ein.
3. Gehalt: Wie viel Peptid ist im Vial?
Weil ein Lyophilisat neben dem Peptid auch Gegenionen und Restfeuchte enthält, unterscheiden Labore zwischen Bruttogewicht und Netto-Peptidgehalt. Manche Berichte geben deshalb den gemessenen Gehalt je Vial in mg an. Dieser Wert ist für die Vergleichbarkeit zwischen Chargen oft aussagekräftiger als die Reinheit allein.
4. Einen Bericht prüfen
Ein Bericht ist nur so viel wert wie seine Nachprüfbarkeit. Achten Sie auf:
Labor und Prüfnummer: Unabhängige Labore vergeben eine eindeutige Test-ID.
Öffentliche Prüfung: Seriöse Labore bieten eine Prüfseite, auf der sich der Bericht mit der Test-ID aufrufen lässt.
Zuordnung zur Charge: Chargennummer und Füllmenge im Bericht müssen zum Etikett passen.
Datum: Der Bericht sollte zur aktuellen Charge gehören, nicht zu einer älteren.
So machen wir es bei Peptera
Wir zeigen Reinheitswerte nur, wenn der Bericht beim Labor öffentlich prüfbar ist und eine Person die Werte mit dem Bericht abgeglichen hat. Bis dahin steht auf der Produktseite ausdrücklich, dass für die Charge noch kein öffentlich prüfbarer Bericht vorliegt. Alle bestätigten Berichte finden Sie unter Laborberichte.
Analytische Verfahren in regulierten Umgebungen werden nach den Leitlinien der ICH (Q2) validiert – für Forschungschemikalien ist das nicht vorgeschrieben, aber ein guter Maßstab für die Frage, wie belastbar eine Messung ist.
Quellen
Alle Produkte ausschließlich für Laborforschung und Anschauungszwecke. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier, nicht für diagnostische oder therapeutische Zwecke.



